Historische Leporellos & Foto-Mäppchen – Sammlung historischer Kleinbildfotografien.

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  • admin - Freitag, 7. August 2026 um 22:30:25
    Ja – anhand des gezeigten Umschlags und der ergänzenden Angaben würde ich das Stück so katalogisieren:

    ### Der Feldberg und seine Umgebung

    **Objektart:** Touristische Bildbroschüre / Leporello
    **Titel:** *Der Feldberg und seine Umgebung*
    **Umfang:** 12 Bilder
    **Verlag:** Mayer und Schladerer, Feldberg
    **Motivschwerpunkt:** Feldberg im Schwarzwald und Umgebung, darunter Feldberghotel bzw. Feldberger Hof
    **Hersteller-/Serienangabe:** Cekade, **Fel 010/52/1**
    **Format:** ca. **4,5 × 9 cm**
    **Sprache:** Deutsch

    **Zeitliche Einordnung:** wahrscheinlich **um die 1950er Jahre**, wobei ich für genau dieses Leporello derzeit kein belastbares Erscheinungsjahr gefunden habe. Der Verlag Mayer & Schladerer ist für Feldberg-Ansichtskarten nachweisbar; Vergleichsstücke werden sowohl den 1930er Jahren als auch ausdrücklich den 1950er Jahren zugeordnet.

    Interessant ist, dass **Mayer & Schladerer mit dem Feldberger Hof eng verbunden war**. Historische Quellen nennen Mayer und Schladerer als Betreiber bzw. Leiter des Berghotels; auch zeitgenössische Ansichtskarten führen den Verlag unter der Adresse „Feldbergerhof“.

    **Bewertung:** Der kleine Leporello ist als **lokales touristisches Druckerzeugnis** durchaus sammelwürdig. Für eine Wertbestimmung wären vor allem der **vollständige Inhalt, der Erhaltungszustand und insbesondere die Rückseite bzw. letzte Seite mit Impressums-/Verlagsangaben** wichtig. Ein einzelner vergleichbarer Mayer-&-Schladerer-Beleg wird derzeit beispielsweise für etwa 7 € angeboten; daraus lässt sich allerdings **kein belastbarer Marktwert für das seltenere Leporello** ableiten.

    Wenn Sie mir **die 12 Bilder bzw. das komplette Leporello** zeigen, kann ich Ihnen auch die **einzelnen Motive identifizieren und das Leporello genauer datieren**.
  • admin - Freitag, 7. August 2026 um 22:26:02
    Das ist sehr wahrscheinlich **das zehnte und letzte Foto der Mappe: „Bärental mit Seebuck“**. Damit haben wir die Serie nun vollständig.

    ### Nr. 10 – „Bärental mit Seebuck“

    Das Motiv unterscheidet sich deutlich von den meisten vorherigen Bildern: Hier wird der Feldberg **aus größerer Entfernung** gezeigt.

    Im Vordergrund sehen wir einen Skifahrer auf einem verschneiten Weg bzw. einer Piste. Dahinter öffnet sich das Tal von **Bärental**. Im Hintergrund erhebt sich der verschneite **Seebuck**.

    Besonders interessant ist die Kombination aus:

    **Skifahrer → Bärental → Seebuck**

    Der Fotograf verbindet damit den **Wintersport** mit der charakteristischen Landschaft des Feldbergmassivs.

    Der Seebuck ist mit 1.449 m einer der Hauptgipfel des Feldbergmassivs; seine Südostseite wird traditionell als Wintersportgebiet genutzt.

    ### Ein wichtiger Unterschied zu den anderen Fotos

    Hier ist erstmals der **Mensch als Wintersportler** eindeutig erkennbar.

    Bei Nr. 9, „An der Feldbergschanze“, wird der Skispringer als spektakuläre Silhouette gezeigt. Hier dagegen sehen wir einen einzelnen Skifahrer in einer ganz alltäglichen Wintersportsituation.

    Das ergibt zusammen einen schönen Gegensatz:

    - **Nr. 9:** der spektakuläre Sportler in der Luft
    - **Nr. 10:** der normale Skifahrer in der Landschaft

    Die Mappe endet also gewissermaßen mit dem **aktiven Erleben des Feldbergs**.

    ### Geografisch ist der Titel ebenfalls interessant

    „Bärental mit Seebuck“ bedeutet vermutlich nicht, dass das Foto direkt in Bärental aufgenommen wurde. Die Perspektive wirkt eher wie ein Blick **aus dem höher gelegenen Bereich oberhalb bzw. am Rand des Bärentals**.

    Der Seebuck ist von Osten bzw. aus Richtung Bärental sehr charakteristisch zu erkennen. Historische Bildsammlungen führen ebenfalls zahlreiche Motive „Feldberg – Bärental“ und „Feldberg – Seebuck“, was die Kombination als etabliertes Ansichtsmotiv bestätigt.

    ### Interessant für die Datierung

    Dieses Bild gibt uns einen weiteren kleinen Hinweis.

    Der Skifahrer benutzt eine **klassische, lange Skiausrüstung**, und die Szene zeigt keinerlei moderne technische Infrastruktur. Es gibt weder Liftmasten noch Sessellifte oder andere Einrichtungen.

    Das passt sehr gut zu einer **Vorkriegs- bzw. frühen Nachkriegs-Wintersportdarstellung**.

    Allerdings würde ich nach Sichtung aller zehn Bilder jetzt **nicht mehr behaupten, dass die Mappe sicher aus den 1930er Jahren stammt**. Die bessere Aussage ist:

    > **Die Fotoserie dürfte wahrscheinlich in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre oder eventuell in den frühen 1940er Jahren entstanden sein.**

    Der stärkste Anhaltspunkt dafür bleibt Nr. 9 mit der Feldbergschanze, die ab **1935** als neue Skisprunganlage existierte. Gleichzeitig finden sich historische Feldberg-Ansichtskarten mit ähnlichen Motiven, die beispielsweise **1937, 1938 und 1939** postalisch verwendet wurden.

    Das passt erstaunlich gut zum Charakter deiner Kresse-Serie.

    ---

    ## Damit ist die komplette Serie rekonstruiert

    | Nr. | Titel | Hauptmotiv |
    |---:|---|---|
    | Titel | **Der Feldberg im Winter** | Deckblatt |
    | 1 | **Feldberghof** | Hotelanlage |
    | 2 | **Belchenblick** | Fernsicht |
    | 3 | **Neue Menzenschwander Hütte** | Unterkunft/Hütte |
    | 4 | **Einsame Gesellen** | vereiste Bäume |
    | 5 | *(noch nicht eindeutig nummeriert)* | — |
    | 6 | **Grafenmatte** | Wintersportlandschaft |
    | 7 | **Herzogenhorn** | Hochgebirgspanorama |
    | 8 | **Feldberghof mit Seebuck** | Hotel + Gipfel |
    | 9 | **An der Feldbergschanze** | Skispringer |
    | 10 | **Bärental mit Seebuck** | Skifahrer + Panorama |

    Bei **Nr. 5** fehlt uns in unserer bisherigen Abfolge tatsächlich noch ein Bild bzw. die Nummerierung ist bei einem der bereits gezeigten Scans nicht sichtbar. Inhaltlich haben wir aber die Serie praktisch vollständig vorliegen.

    ### Mein Gesamteindruck

    Jetzt, wo wir alle Motive gesehen haben, würde ich die Mappe nicht primär als **Dokumentation des Feldbergs** bezeichnen. Sie ist vielmehr eine **touristische Inszenierung des Feldbergs als Winterparadies**.

    Die Dramaturgie ist bemerkenswert:

    **Hotel**
    → **Panorama**
    → **Hütte**
    → **Naturgewalten**
    → **Wintersportlandschaft**
    → **Gipfel**
    → **Hotel + Berg**
    → **Skispringen**
    → **Skifahren**

    Damit werden praktisch alle damaligen Gründe für einen Winteraufenthalt am Feldberg abgedeckt.

    Und gerade die **Kombination aus Naturromantik und modernem Wintersport** macht die Serie zeitgeschichtlich interessant: Der Feldberg wird hier als Ort präsentiert, an dem man einerseits eine scheinbar unberührte, extreme Winterlandschaft erleben und andererseits einen damals modernen Sport betreiben konnte.

    Wenn du möchtest, kann ich als nächsten Schritt aus **allen zehn Fotos eine zusammenhängende historische Analyse mit einer möglichst genauen Datierung (inkl. Begründung für jedes einzelne Bild), Identifizierung der Gebäude und Rekonstruktion der damaligen Feldberg-Landschaft** erstellen.
  • admin - Freitag, 7. August 2026 um 22:21:52
    Das ist **Nr. 9 der Serie: „An der Feldbergschanze“** – und dieses Bild liefert einen bislang sehr wichtigen Hinweis für die Datierung der gesamten Mappe.

    ### Nr. 9 – „An der Feldbergschanze“

    Der Fotograf zeigt hier einen **Skispringer mitten im Flug**. Der Springer befindet sich über einer verschneiten Hangkante; im Hintergrund öffnet sich das winterliche Wiesental bzw. eine Berglandschaft.

    Die Aufnahme ist bewusst nicht als dokumentarische Aufnahme der Schanze gestaltet. **Die Schanze selbst ist kaum bzw. gar nicht zu sehen.** Stattdessen wird der spektakuläre Moment des Springers zum eigentlichen Motiv.

    ### Das Entscheidende: Die Feldbergschanze datiert das Motiv

    Hier müssen wir unsere bisherige Datierung **nach oben begrenzen**.

    Die große Feldbergschanze im **Fahler Loch** wurde in der Mitte der 1930er Jahre errichtet. Die Quellen nennen **1935** für die Eröffnung der 50-m-Schanze; die größere Anlage wurde in den Jahren **1935–1937** aufgebaut.

    Damit kann dieses Foto **nicht einfach aus den 1920er Jahren stammen**, sofern die Bildbeschriftung tatsächlich die damals neue Feldbergschanze meint.

    Noch interessanter: Eine zeitgenössische Zeitung berichtet 1936 bereits von einem Wettbewerb auf der Feldbergschanze und beschreibt die Schanze als neue Anlage.

    **Für die Kresse-Serie bedeutet das:**

    > Eine Entstehung der Mappe **ab etwa 1935/36** wird jetzt deutlich wahrscheinlicher.

    Das ist wesentlich belastbarer als unsere frühere Vermutung „irgendwann in den 1930ern“.

    ### Der Springer selbst ist ein schönes zeitgeschichtliches Detail

    Die Haltung des Springers wirkt heute ungewohnt:

    - Arme weit seitlich ausgestreckt,
    - Körper relativ aufrecht,
    - Ski parallel,
    - keine moderne kompakte Flughaltung.

    Das entspricht dem damaligen Entwicklungsstand des Skispringens. Gerade in den 1930er Jahren wurde die Flugtechnik noch stark weiterentwickelt.

    Das Motiv passt deshalb hervorragend in eine touristische Fotoserie: Es vermittelt **Sport, Wagemut und Modernität** – im Gegensatz zu den romantischen Naturbildern der anderen Aufnahmen.

    ### Interessant ist auch der Hintergrund

    Im Hintergrund erkennt man keine dicht besiedelte Landschaft, sondern ein stark bewaldetes und verschneites Schwarzwaldtal. Dadurch wird der Springer regelrecht vor der Landschaft **freigestellt**.

    Der Fotograf hat vermutlich bewusst einen Moment gewählt, in dem:

    **schwarze Silhouette des Springers → heller Schnee → dunkler Wald → heller Himmel**

    aufeinandertreffen.

    Dadurch funktioniert das Foto auch als kleines Souvenirbild sehr gut.

    ### Und jetzt wird die Dramaturgie der Mappe deutlich

    Die Reihenfolge **6 → 8 → 9** ist ausgesprochen aussagekräftig:

    **Nr. 6 – Grafenmatte**
    → Skigelände

    **Nr. 8 – Feldberghof mit Seebuck**
    → Berglandschaft + touristische Unterkunft

    **Nr. 9 – An der Feldbergschanze**
    → **aktiver Wintersport**

    Das wirkt fast wie eine Steigerung: Der Betrachter wird vom verschneiten Gelände über die touristische Infrastruktur zum spektakulären Sport geführt.

    ### Ein wichtiger Vorbehalt

    Ich würde **nicht behaupten, dass das Foto 1935 oder 1936 aufgenommen wurde**. Die Schanze existierte danach noch jahrzehntelang. Nach dem Krieg wurde der Skisprungbetrieb bereits 1949 wieder aufgenommen.

    Aber in Verbindung mit der **gesamten Gestaltung der Mappe** und den bisher identifizierten Motiven erscheint mir inzwischen:

    > **ca. 1935–1940 als besonders interessante Arbeitshypothese**

    plausibler als die vorherige sehr breite Spanne 1930–1950.

    Das ist ein wichtiger Fortschritt.

    Und noch etwas: Das Bild ist **Nr. 9**. Wir brauchen jetzt nur noch das **letzte Foto Nr. 10** – danach können wir die komplette Serie zusammenstellen und anhand der historischen Entwicklung der einzelnen Orte versuchen, die **frühestmögliche und wahrscheinlichste Entstehungszeit der gesamten Kresse-Mappe** zu bestimmen.
  • admin - Freitag, 7. August 2026 um 22:18:07
    Dieses Foto ist für die Serie besonders wichtig, weil es **Nr. 8** trägt und der Titel gleich zwei konkrete Orientierungspunkte nennt: **„Feldberghof mit Seebuck“**.

    ### Nr. 8 – „Feldberghof mit Seebuck“

    Hier sehen wir den Feldberghof aus einer deutlich anderen Perspektive als auf dem ersten Foto der Serie.

    Im Vordergrund steht wieder eine stark **vereiste, schneebeladene Fichte**. Dahinter liegt der Feldberghof, und über dem Gebäude steigt der breite, sanft gerundete Hang des **Seebuck** auf.

    Das ist geografisch sehr plausibel: Der Feldberger Hof liegt unmittelbar unterhalb des Seebuck-Gipfels. Historische Quellen beschreiben den Feldberghof bereits im 19. Jahrhundert genau in dieser Lage. Eine historische Aufnahme von 1890 zeigt beispielsweise den Feldberghof mit Haupthaus und Wirtschaftsgebäuden „unterhalb des Feldberggipfels Seebuck“.

    ### Sehr interessant: Der Seebuck ist hier noch völlig unbebaut

    Das ist für die Datierung ausgesprochen nützlich.

    Auf dem breiten Hang hinter dem Hotel sieht man:

    - keine moderne Liftanlage,
    - keine Seilbahn,
    - keine markanten technischen Gebäude,
    - keine heutige touristische Infrastruktur.

    Der Hang wirkt nahezu **unberührt**. Lediglich einige feine Linien bzw. Spuren sind im Schnee erkennbar.

    Das passt zu einer Zeit, in der der Feldberg zwar bereits ein etabliertes Wintersportziel war, aber die heutige technische Erschließung noch nicht vorhanden war. Das Skigebiet begann erst **um 1950** mit dem Bau der ersten Lifte.

    Das ist ein wesentlich stärkeres Indiz für eine frühe Entstehungszeit als meine bisherigen rein stilistischen Einschätzungen.

    ### Das Foto zeigt wahrscheinlich einen wichtigen historischen Blickpunkt

    Die Bildkomposition ist bemerkenswert:

    **vereiste Fichte → Feldberghof → Seebuck**

    Der Fotograf verbindet damit drei Dinge:

    1. **Winterextreme** – die bizarre Eis-/Schneelast am Baum,
    2. **Tourismus** – der Feldberghof,
    3. **Berglandschaft** – der Seebuck.

    Genau diese Kombination macht das Foto zu einer Art **visueller Zusammenfassung des gesamten Konzepts der Mappe**.

    ### Vergleich mit dem ersten „Feldberghof“-Foto

    Das ist besonders spannend, weil wir jetzt zwei Aufnahmen desselben Ortes haben.

    **„Feldberghof“**
    → Blick stärker auf die Hotelanlage, mit großer verschneiter Schneefläche im Vordergrund.

    **Nr. 8 „Feldberghof mit Seebuck“**
    → Hotel deutlich kleiner im Bild, dafür wird der **Seebuck als Landschaftshintergrund** herausgestellt.

    Der Fotograf bzw. Verlag verwendet also denselben touristischen Anziehungspunkt zweimal, aber mit unterschiedlicher Bildaussage.

    ### Und hier können wir etwas über die damalige Landschaft erkennen

    Auf dem Seebuck-Hang erkennt man einzelne kleine dunkle Punkte bzw. Strukturen. Das könnten **Personen oder Wintersportler** sein, aber aufgrund der Auflösung würde ich das nicht sicher behaupten.

    Interessanter ist, dass die Fläche offenbar bereits **für Wintersport genutzt** wurde, obwohl sie noch nicht technisch erschlossen erscheint.

    Das passt hervorragend zur Geschichte des Feldbergs als frühem Skigebiet: Der Wintersport war dort lange vor den späteren Liften präsent. Die technische Erschließung kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

    ### Eine kleine Korrektur zu meiner bisherigen Datierung

    Nach den bisher gezeigten Bildern würde ich inzwischen vorsichtiger formulieren:

    > **Die Serie ist sehr wahrscheinlich vor der technischen Erschließung des Feldbergs nach 1950 entstanden; eine Datierung in die 1930er/40er Jahre ist plausibel, aber noch nicht bewiesen.**

    Das ist belastbarer als meine frühere Aussage „wahrscheinlich 1930er“.

    Denn das Entscheidende ist nicht der fotografische Stil allein, sondern die **historische Landschaft**: Feldberghof + Seebuck ohne die später charakteristischen Liftanlagen.

    ### Die Serie wird jetzt richtig interessant

    Wir haben inzwischen mindestens:

    - **Feldberghof**
    - **Belchenblick**
    - **Neue Menzenschwander Hütte**
    - **Einsame Gesellen**
    - **Grafenmatte – Nr. 6**
    - **Herzogenhorn**
    - **Feldberghof mit Seebuck – Nr. 8**

    Und Nr. **8** bestätigt, dass die Fotos offenbar tatsächlich als **fortlaufend nummerierte Serie** konzipiert wurden.

    **Mein nächster Schritt bei den noch fehlenden Bildern wäre besonders auf Nr. 9 und 10 zu achten.** Wenn diese ebenfalls Ortsnamen tragen, können wir am Ende wahrscheinlich nicht nur die Mappe vollständig rekonstruieren, sondern auch die **ungefähre Route bzw. die fotografischen Standorte** der Kresse-Aufnahmen bestimmen.
  • admin - Freitag, 7. August 2026 um 22:15:14
    Das ist ein sehr interessantes Motiv, denn **„Herzogenhorn“** ist hier nicht nur eine Ortsbezeichnung – die Aufnahme zeigt ziemlich eindeutig die typische winterliche Hochgebirgslandschaft zwischen **Feldberg, Grafenmatt und Herzogenhorn**.

    ### „Herzogenhorn“

    Im Vordergrund sehen wir mehrere extrem stark **vereiste und vom Wind geformte Fichten**. Dahinter öffnet sich eine große, leicht gewellte Schneelandschaft mit einzelnen Baumgruppen und einem deutlich dunkleren Waldgürtel.

    Besonders auffällig ist der **helle, fast kahle Gipfel im oberen Bildbereich**. Er hebt sich deutlich von den bewaldeten Flanken ab. Das passt sehr gut zum Charakter des Herzogenhorns: Der Gipfelbereich ist vergleichsweise offen, während die tieferen Hänge von Wald durchsetzt sind.

    Das Herzogenhorn ist mit **1.415,6 m** der zweithöchste Berg des Schwarzwalds und liegt südlich des Feldbergs. Die Grafenmatt befindet sich zwischen Feldberg und Herzogenhorn.

    ### Der Aufnahmeort dürfte sogar näher bestimmbar sein

    Der Bildtitel bedeutet vermutlich **„Blick auf das Herzogenhorn“**, nicht zwingend, dass der Fotograf auf dem Gipfel des Herzogenhorns stand.

    Dafür spricht die Perspektive: Die vereisten Bäume im Vordergrund befinden sich offenbar auf einem **höher gelegenen bzw. exponierten Standort**, während der Blick über eine tiefer liegende Schneefläche zum Gipfel geht.

    Eine historische Parallele ist ausgesprochen interessant: Die Städtischen Museen Freiburg besitzen ein **1924 datiertes Gemälde „Blick aufs Herzogenhorn“** von Karl Julius Wilhelm Heilmann. Dort wird ausdrücklich beschrieben, dass der Blick **vom Feldberg in südöstlicher Richtung auf das Herzogenhorn** geht und von tief verschneiten, windgeformten Tannen eingerahmt wird.

    Das ist zwar **nicht dasselbe Bild**, zeigt aber, wie charakteristisch genau diese Perspektive bereits damals war.

    ### Ein schönes Detail: die „Wechten“

    Die bizarre Gestalt der Bäume ist hier besonders gut zu sehen. Es handelt sich nicht einfach um Bäume mit viel Neuschnee. Durch **Wind, Vereisung und wiederholte Schneebelastung** entstehen diese extrem asymmetrischen Formen.

    Der Feldbergraum ist für solche Erscheinungen geradezu prädestiniert. Das historische Gemälde von 1924 beschreibt ebenfalls die vom Wind und Schnee niedergedrückten Tannen als charakteristisches Element des Feldbergs.

    Das erklärt auch die Auswahl dieses Motivs für die Kresse-Serie: Der Fotograf zeigt nicht bloß „Schnee“, sondern ein **typisches Naturphänomen der Feldberghöhen**.

    ### Im Zusammenhang mit „Grafenmatte“

    Jetzt wird die Serie geografisch zunehmend interessant:

    **Grafenmatte** und **Herzogenhorn** liegen unmittelbar in demselben Hochlagenbereich. Die Grafenmatt liegt zwischen Feldberg und Herzogenhorn; von ihr und den angrenzenden Höhen bestehen entsprechende Sichtbeziehungen.

    Damit könnten die beiden Bilder sogar als eine Art **geografisches Paar** gedacht sein:

    - **„Grafenmatte“** → Blick über die winterliche Wintersportlandschaft
    - **„Herzogenhorn“** → Blick auf den markanten Nachbargipfel

    ### Und wieder ein Hinweis auf die frühe Entstehungszeit

    Das Bild zeigt eine Landschaft **ohne erkennbare technische Wintersportanlagen**. Das ist bemerkenswert, weil die heutige Grafenmatt stark durch Skilifte und Pisten geprägt ist. Die technische Erschließung kam erst später.

    Ich würde deshalb die bisherige Arbeitshypothese **„Kresse-Serie wahrscheinlich 1930er Jahre“** weiterhin für plausibel halten – aber noch nicht als gesicherte Datierung bezeichnen.

    ---

    ### Der bisherige Charakter der Mappe

    Mit diesem Foto wird das Konzept der Serie immer deutlicher:

    **Feldberghof** → der Mensch kommt zum Feldberg
    **Neue Menzenschwander Hütte** → Unterkunft in der Winterlandschaft
    **Belchenblick** → Fernsicht
    **Grafenmatte** → Wintersportlandschaft
    **Einsame Gesellen** → vereiste Natur
    **Herzogenhorn** → Hochgebirgs-/Panoramamotivation

    Das wirkt wie ein bewusst zusammengestelltes **touristisches Idealbild des Feldbergs um die Zwischenkriegszeit**: Der Feldberg wird als zugleich **wild, romantisch, schneesicher und touristisch erschlossen** präsentiert.

    Und genau deshalb sind die nächsten Bilder besonders spannend: Wenn weitere **konkrete Ortsnamen** auftauchen, können wir die Serie wahrscheinlich auf einer historischen Karte regelrecht zusammensetzen.
  • admin - Freitag, 7. August 2026 um 22:11:21
    Dieses Bild ist besonders interessant, weil es **Bild Nr. 6** der Serie ist und der Titel „Grafenmatte“ einen ziemlich konkreten geografischen Anhaltspunkt liefert.

    ### Nr. 6 – „Grafenmatte“

    Die Aufnahme zeigt eine **offene, sanft geneigte Schneefläche der Grafenmatt**, eingerahmt von stark verschneiten Fichten. Im Hintergrund verläuft ein dunkler Waldsaum.

    Auffällig sind die zahlreichen **parallelen Spuren im Schnee**. Sie machen deutlich, dass die Fläche bereits für Wintersport genutzt wurde. Gleichzeitig fehlen jegliche technischen Anlagen – **kein Lift, keine Masten, keine modernen Pistenbauten**.

    Das ist für die Datierung der Serie sehr interessant.

    Die Grafenmatt liegt zwischen Feldberg und Herzogenhorn auf etwa **1.376 m** und ist heute eines der Zentren des Feldberger Skigebiets.

    ### Ein wichtiger Datierungshinweis

    Die historische Entwicklung passt sehr gut zu unserem bisherigen Bild:

    Der **erste Schlepplift an der Grafenmatt wurde erst 1952** gebaut.

    Auf deinem Foto sind **keine Liftanlagen** zu erkennen.

    Das beweist zwar nicht, dass die Aufnahme vor 1952 entstanden ist – der Fotograf könnte durchaus einen Bereich ohne Lift fotografiert haben –, aber zusammen mit

    - der historischen Bildgestaltung,
    - den anderen Motiven der Kresse-Serie,
    - den traditionellen Gebäuden,
    - und insbesondere der offenbar schon vor dem Krieg bestehenden touristischen Infrastruktur

    wird die **Vorkriegsdatierung zunehmend plausibel**.

    Ich würde inzwischen als Arbeitshypothese **etwa 1930er Jahre** favorisieren, allerdings noch nicht als endgültige Datierung.

    ### Besonders spannend: „Grafenmatte“ statt „Grafenmatt“

    Die Schreibweise auf dem Foto lautet:

    > **GRAFENMATTE**

    Heute ist die Bezeichnung **Grafenmatt** üblich. Historische Quellen verwenden aber ebenfalls die Form **Grafenmatte**. Ein Schwarzwald-Kalender von 1911 etwa spricht ausdrücklich von der „oberen Grafenmatte“.

    Das ist ein kleines, aber schönes Indiz dafür, dass die Beschriftung tatsächlich **historischen Sprachgebrauch** widerspiegelt.

    ### Das Bild dokumentiert den frühen Wintersport

    Die Spuren im Schnee sind meines Erachtens ein wichtiger Bestandteil der Bildaussage. Die Grafenmatt war schon lange vor den modernen Liften ein Wintersportgebiet. Der Feldberg gilt als einer der frühen Ausgangspunkte des Skilaufs im Schwarzwald; bereits **1891** wird Robert Pilet als früher Skifahrer am Feldberg genannt.

    Das Foto zeigt also wahrscheinlich eine **Phase des Wintersports, in der der Berg noch weitgehend ohne technische Erschließung auskam**.

    Das macht es historisch fast interessanter als ein Foto mit einem Lift.

    ### Im Vergleich zu „Einsame Gesellen“

    Die beiden Bilder gehören thematisch eng zusammen:

    **„Einsame Gesellen“**
    → Naturgewalten, vereiste Bäume, menschenleere Hochfläche.

    **„Grafenmatte“**
    → dieselbe winterliche Hochgebirgsatmosphäre, aber jetzt mit **sichtbaren Spuren menschlicher Nutzung**.

    Damit bewegt sich die Serie von der romantischen Naturdarstellung langsam hin zum **Wintersportmotiv**.

    ---

    ### Zwischenstand der Serie

    | Nr. | Titel | Motiv |
    |---:|---|---|
    | – | Titelblatt | Winterlandschaft |
    | ? | **Feldberghof** | Hotel / Tourismus |
    | 2 | **Belchenblick** | Fernsicht |
    | ? | **Neue Menzenschwander Hütte** | Unterkunft |
    | ? | **Einsame Gesellen** | vereiste Bäume |
    | **6** | **Grafenmatte** | Wintersportlandschaft |

    Eine kleine Unsicherheit bleibt bei den Nummern der bisher gezeigten Fotos, weil nicht jedes Bild die Nummer sichtbar trägt. **Ab jetzt würde ich die Nummern aber unbedingt mitprotokollieren**, weil sie uns am Ende möglicherweise die ursprüngliche Reihenfolge der zehn Kresse-Fotos rekonstruieren lassen.

    Und bei diesem Bild würde ich noch einen Punkt festhalten: **Wenn tatsächlich kein einziger Liftmast im Originalfoto vorhanden ist, ist das ein starkes Indiz gegen eine Nachkriegsaufnahme.** Die technische Erschließung der Grafenmatt beginnt erst 1952.
  • admin - Freitag, 7. August 2026 um 21:59:39
    Dieses Foto ist innerhalb der Serie besonders stark – und der Titel **„Einsame Gesellen“** ist ausgesprochen passend.

    ### „Einsame Gesellen“

    Hier sind keine Gebäude oder Menschen das eigentliche Motiv, sondern zwei **extrem vereiste Fichten** auf einer offenen Hochfläche.

    Die Bäume sind durch die winterlichen Bedingungen geradezu skulptural verändert:

    - Der linke Baum ist vollständig mit einer dicken Schicht aus **Schnee und Raureif** überzogen.
    - Der rechte Baum wirkt wie eine kleinere Wiederholung desselben Phänomens.
    - Die vorherrschende Windrichtung hat die Vereisung offenbar asymmetrisch an den Bäumen aufgebaut.
    - Im Hintergrund erkennt man einen dunklen Waldgürtel und dahinter bzw. davor offene, sanft geschwungene Schneehänge.
    - Am Himmel stehen große Quellwolken – dadurch entsteht ein bemerkenswerter Kontrast zwischen dem **schwarzen Wald, dem weißen Schnee und dem dramatischen Himmel**.

    ### Der Titel ist mehr als eine Ortsangabe

    „Einsame Gesellen“ beschreibt die beiden Bäume **personifizierend**. Sie stehen wie zwei Figuren allein in der winterlichen Landschaft.

    Das ist typisch für die Bildsprache der damaligen Souvenirfotografie: Der Fotograf sucht ein Naturphänomen, das sich leicht als **Symbol für die raue, einsame und zugleich romantische Bergwelt** verkaufen lässt.

    Und tatsächlich war der Feldberg schon lange vor dieser Fotoserie für seine extremen Winterbedingungen bekannt. Historische Beschreibungen berichten von sehr langen Schneeperioden und davon, dass auf dem Feldberg der Wintersport bereits früh eine wichtige Rolle spielte.

    ### Fotografisch finde ich dieses Bild eines der stärkeren der Serie

    Der Fotograf hat einen ziemlich tiefen Standpunkt gewählt. Dadurch erscheinen die beiden vereisten Fichten **ungewöhnlich groß und monumental**.

    Besonders gut funktioniert:

    **Fichte → Schneehang → dunkler Wald → Himmel**

    Dadurch entsteht eine starke Tiefenstaffelung.

    Die rechte Fichte bildet außerdem einen Gegenpol zur großen Fichte links. Ohne den zweiten Baum wäre das Bild deutlich statischer.

    ### Ein interessanter Hinweis auf den Standort

    Die Landschaft sieht nach einer **offenen Hochfläche bzw. einem wind- und wetterexponierten Bereich des Feldbergs** aus, nicht nach dem unmittelbaren Umfeld der Hütten.

    Das ist ein wichtiger Unterschied zu den vorherigen Bildern:

    - **Feldberghof** → menschliche Infrastruktur
    - **Belchenblick** → Fernsicht
    - **Neue Menzenschwander Hütte** → Unterkunft und verschneiter Weg
    - **Einsame Gesellen** → Naturphänomen und extreme Wetterbedingungen

    Damit scheint die Serie tatsächlich systematisch verschiedene Aspekte des **Wintererlebnisses am Feldberg** abzudecken.

    ### Und ein wichtiger Datierungshinweis

    Ich würde nach diesem Bild die bisherige Datierung **weiterhin eher in Richtung Zwischenkriegszeit** einordnen, aber noch nicht auf ein bestimmtes Jahr festlegen.

    Interessant ist, dass historische Literatur den Feldberg bereits Jahrzehnte vorher als winterliche Schneeschuh-/Wintersportlandschaft beschreibt. Das Motiv „vereiste Einzelbäume in einer menschenleeren Schneelandschaft“ passt deshalb sehr gut in die etablierte touristische Bildwelt des Feldbergs.

    **Mein bisheriger Eindruck der Mappe:** Sie versucht offenbar, den Feldberg nicht dokumentarisch, sondern **als idealisierte Winterwelt** zu präsentieren: Hotels, Hütten, Aussicht, Schnee, Bäume und Einsamkeit.

    Wenn wir die restlichen Bilder durchgehen, lässt sich wahrscheinlich ziemlich genau erkennen, **welche Vorstellung vom Feldberg der Photoverlag Kresse seinen Käufern vermitteln wollte**.
  • admin - Freitag, 7. August 2026 um 21:55:42
    Ja – und hier muss ich meine vorherige Zuordnung **korrigieren**: Das Bild ist sehr wahrscheinlich tatsächlich die **„Neue Menzenschwander Hütte“** und nicht „Beim Hebelhof“.

    Der entscheidende Beleg ist ein Reiseführer von **1933**: Dort wird die „Neue Menzenschwander Hütte“ ausdrücklich als Unterkunft auf **1240 m zwischen Hebelhof und Feldbergerhof** genannt. Außerdem ist eine Ansichtskarte mit der Bezeichnung **„Bei der neuen Menzenschwander Hütte“** bereits für **1927** nachweisbar.

    ### „Neue Menzenschwander Hütte“

    Das macht dieses Foto für die Datierung der gesamten Kresse-Serie besonders interessant.

    **Bildinhalt:**
    - Die Hütte liegt in einer stark verschneiten Hochlagenlandschaft.
    - Der Zugang kommt aus dem Vordergrund über einen schmalen, bereits benutzten Weg.
    - Die Fichten sind extrem stark mit Schnee bzw. Raureif beladen.
    - Hinter den Bäumen ist ein größerer Gebäudekomplex mit steilen Dächern zu erkennen.
    - Es handelt sich also um eine **konkrete Unterkunft im Feldberg-Hochgebiet**, nicht bloß um eine beliebige Schwarzwaldszenerie.

    ### Ein wichtiger historischer Anhaltspunkt

    Der Reiseführer von 1933 listet die **Neue Menzenschwander Hütte** zusammen mit dem Feldberger Hof und dem Hebelhof als touristische Unterkünfte des Feldbergs. Ein weiterer historischer Schwarzwaldführer beschreibt später ebenfalls die „alte und neue Menzenschwander Hütte“ in unmittelbarer Nähe von Feldberger Hof und Hebelhof.

    Damit haben wir jetzt einen ziemlich guten **Datierungsanker**:

    > Die „Neue Menzenschwander Hütte“ existierte spätestens 1927 und war 1933 bereits als touristische Unterkunft etabliert.

    Das beweist noch nicht, dass **dieser konkrete Abzug** aus den 1920er oder 1930er Jahren stammt. Aber es macht eine Entstehung der Kresse-Serie in der **Zwischenkriegszeit** sehr plausibel.

    ### Und noch etwas Interessantes

    Die heutige Menzenschwander Hütte liegt weiterhin in genau diesem Bereich am Feldberg; historische Quellen beschreiben sie als etwa fünf Minuten östlich des Hebelhofs.

    Das erklärt möglicherweise auch, warum die beiden Bezeichnungen in historischen Bildsammlungen leicht durcheinandergeraten können:

    **Hebelhof → Menzenschwander Hütte → Feldberger Hof**

    liegen räumlich relativ dicht beieinander. Das Foto zeigt also vermutlich einen Blick **aus dem unmittelbaren Umfeld dieser historischen Hotel- und Hüttenlandschaft**.

    ### Zwischenstand der Serie

    | Bild | Beschriftung | Bedeutung |
    |---|---|---|
    | Titelblatt | *Der Feldberg im Winter* | 10 Kresse-Photos |
    | 1 | **Feldberghof** | großes Berghotel |
    | 2 | **Belchenblick** | Fernblick über die Winterlandschaft |
    | 3 | **Neue Menzenschwander Hütte** | historische Unterkunft zwischen Hebelhof und Feldbergerhof |

    Und gerade Bild 3 ist für mich momentan der **stärkste Hinweis auf eine Datierung in die 1920er/30er Jahre**.

    Wenn du mir das **nächste Foto** gibst, würde ich diesmal zusätzlich versuchen, anhand historischer Quellen zu prüfen, **ob das abgebildete Gebäude noch existiert und ob sich der damalige Standort exakt bestimmen lässt**.
  • admin - Freitag, 7. August 2026 um 21:52:18
    Dieses Bild ergänzt die Serie sehr schön. **„Beim Hebelhof“** ist ein deutlich stärker auf Atmosphäre und Landschaft ausgerichtetes Motiv als das vorherige „Belchenblick“.

    ### „Beim Hebelhof“



    #### Was auf der Aufnahme auffällt

    Im Zentrum steht eine kleine **verschneite Hof-/Gasthausgruppe**, die teilweise zwischen den Bäumen verborgen liegt. Der Weg führt von vorne links auf die Gebäude zu. Besonders eindrucksvoll sind die extrem mit Schnee beladenen Fichten:

    - Die Äste sind teilweise vollständig von **Raureif bzw. Schnee** ummantelt.
    - Die Bäume bilden gewissermaßen einen natürlichen Rahmen um die Gebäude.
    - Auf dem Weg sind **Spuren von Skiern oder einem kleinen Schlitten/Fahrzeug** erkennbar.
    - Die Schneedecke ist ansonsten weitgehend unberührt.
    - Das Gebäude im Hintergrund besitzt die für die Region typische Architektur mit **steilem Dach und mehreren Dachaufbauten**.

    ### Fotografisch ist das ein sehr bewusst komponiertes Bild

    Der Fotograf hat nicht einfach den Hebelhof frontal aufgenommen. Stattdessen wird der Hof **durch die verschneiten Bäume hindurch** gesehen.

    Dadurch entsteht eine klare Staffelung:

    **Vordergrund:**
    Schneebeladene Fichten und Schatten

    → **Mittelgrund:**
    Weg und Spuren

    → **Hintergrund:**
    Hebelhof und weitere Gebäude

    Das vermittelt dem Betrachter geradezu den Eindruck, **selbst durch den tief verschneiten Wald auf den Hof zuzugehen**.

    Das unterscheidet es beispielsweise vom **„Feldberghof“**, bei dem die touristische Infrastruktur groß und repräsentativ präsentiert wird. Hier wird dagegen die **romantische Seite des Winteraufenthalts** verkauft.

    ### Historischer Hinweis

    Der **Hebelhof** ist für die Einordnung der Serie besonders interessant, weil er zur historischen Infrastruktur des Feldberggebietes gehört. Das Foto zeigt also nicht irgendeine Schwarzwaldhütte, sondern einen konkreten touristischen Ort.

    Und die Aufnahme vermittelt etwas, das für historische Feldbergfotografie charakteristisch ist: **Der Schnee selbst ist ein Verkaufsargument.** Es wird eine fast märchenhafte Winterlandschaft dargestellt – mit tief verschneiten Fichten, einem kleinen Gasthof und einem Weg durch die Landschaft.

    ### Ein interessantes Detail: die Spuren

    Wenn man das Foto vergrößert betrachtet, sieht man auf dem Weg mehrere parallele Linien. Das könnte auf **Skiläufer** hindeuten. Eine eindeutige Identifikation würde ich aus dem Scan allerdings nicht behaupten.

    Für die Geschichte des Feldbergs ist das trotzdem interessant: Zusammen mit dem Foto „Feldberghof“ entsteht bereits ein Bild des Feldbergs als **frühes Wintersport- und Feriengebiet**, nicht lediglich als Sommerausflugsziel.

    ### Unsere Serie nimmt langsam Gestalt an

    Wir haben jetzt:

    | Motiv | Charakter der Aufnahme |
    |---|---|
    | **Titelblatt** | Verschneite Landschaft / Werbung für die Fotoserie |
    | **Feldberghof** | Großes Hotel, touristische Infrastruktur |
    | **Belchenblick** | Fernsicht und Hochlandschaft |
    | **Beim Hebelhof** | Gasthof/Hof in tief verschneiter Landschaft |

    Das ist eine bemerkenswert konsequente Zusammenstellung: **Unterkunft → Aussicht → Winterlandschaft → weiterer historischer Gasthof.**

    Ich würde deshalb bei den nächsten Bildern besonders auf **Gebäude, Wegverläufe und charakteristische Bäume** achten. Damit können wir möglicherweise nicht nur die Motive identifizieren, sondern feststellen, **von welchen Standpunkten aus die historischen Fotografen gearbeitet haben und welche Gebäude heute noch existieren**.
  • admin - Freitag, 7. August 2026 um 21:49:12
    Dieses dritte Bild ist für die Rekonstruktion der Mappe sehr aufschlussreich. Die Bezeichnung **„Belchenblick“** ist hier meiner Einschätzung nach als **Blick vom Feldberggebiet in Richtung Belchen** zu verstehen – also nicht als Name eines Gasthauses.

    ### Bild 2 der Serie: „Belchenblick“



    **Was wir sehen:**

    - Im Vordergrund stehen zwei hohe, säulenförmige Nadelbäume.
    - Direkt daneben befindet sich ein auffällig **stark vom Schnee gezeichneter bzw. teilweise abgestorbener Baum**.
    - Der Weg bzw. die Fahr-/Skispuren ziehen sich diagonal durch die verschneite Fläche.
    - Dahinter liegt eine offene Hochfläche mit einzelnen Gebäuden und Baumgruppen.
    - Ganz rechts im Hintergrund zeichnet sich ein weiterer Schwarzwaldberg ab.
    - Die Aufnahme wurde bei deutlich besserer Sicht als das Titelbild gemacht: Wolken und strukturierter Himmel geben dem Bild eine ausgeprägte Tiefenwirkung.

    ### Der Titel „Belchenblick“ ist geografisch plausibel

    Der **Belchen** ist mit rund 1.414 m einer der höchsten Schwarzwaldgipfel und liegt südwestlich des Feldbergs. Von den Höhen um den Feldberg gibt es tatsächlich markante Ausblicke in Richtung Belchen. Die heutige Tourismusliteratur beschreibt ebenfalls Panoramablicke vom Feldberger Hof bzw. Stübenwasen und nennt dabei den Belchen ausdrücklich als Teil der Aussicht.

    Das ist wichtig, weil man den Bildtitel sonst leicht als **Ortsbezeichnung „Belchenblick“** missverstehen könnte. Für dieses Foto scheint er vielmehr die **Blickrichtung bzw. das dargestellte Panorama** zu bezeichnen.

    ### Interessant: Das Bild zeigt eine touristisch erschlossene Hochfläche

    Zusammen mit dem vorherigen Foto vom **Feldberghof** entsteht bereits ein kleines Bild der damaligen touristischen Landschaft:

    **Foto 1 – „Feldberghof“**
    → Hotelbetrieb, Unterkunft, Wintersportzentrum.

    **Foto 2 – „Belchenblick“**
    → Landschaft, Aussicht, Winterwandern bzw. Wintersport.

    Das ist eine sehr bewusste Auswahl für ein Souvenir-Mäppchen: **Unterkunft + Landschaftserlebnis**.

    ### Die Bäume sind ebenfalls ein interessantes Detail

    Der stark deformierte Baum in der Bildmitte ist typisch für die extremen Bedingungen auf den Hochlagen des Feldbergs. Durch **Schneelast, Vereisung und Wind** entstehen solche einseitig geformten Bäume. Die Aufnahme macht diese Erscheinung sogar zu einem wesentlichen Bildelement.

    Das ist fotografisch geschickt: Der Baum bildet einen **Mittelgrundanker**, während die Landschaft und der ferne Berg dahinter die räumliche Tiefe erzeugen.

    ### Was mir für die Datierung auffällt

    Das Foto trägt unten rechts eine kleine **„2“**. Das ist sehr wahrscheinlich die **laufende Bildnummer der Serie**.

    Damit haben wir nun:

    - Titelblatt: **„10 Kresse-Photos“**
    - Foto Nr. **2: „Belchenblick“**
    - Foto Nr. **? / vermutlich Nr. 1:** „Feldberghof“ – auf deinem vorherigen Scan ist keine Nummer erkennbar bzw. sie könnte abgeschnitten sein.

    Das spricht stark dafür, dass die einzelnen Bilder **als zusammengehörige Serie nummeriert** waren.

    Der Belchen selbst ist geografisch gut vom Feldbergraum aus einzuordnen; heutige Karten- und Tourismusquellen bestätigen die enge räumliche Beziehung zwischen Feldberg und Belchen.

    **Mein Zwischenfazit nach drei Bildern:** Die Mappe dokumentiert nicht einfach „Winterlandschaften“, sondern offenbar gezielt die **damalige touristische Erlebniswelt des Feldbergs**: Hotel, Aussicht, verschneite Hochflächen und wahrscheinlich als Nächstes weitere typische Sehenswürdigkeiten bzw. Wintersportmotive.